Die Stadt der überfüllten Verkehrsmittel oder: Wie Zehntklässler Prag erleben

Am zweiten Tag fuhren wir mit der Straßenbahn direkt in die Stadt. Uns stand ein langer Tag auf dem Königsweg bevor. An den Sehenswürdigkeiten entlang des Weges lauschten wir so gut es in einer Großstadt eben geht einigen Vorträgen über die Denkmäler, Türme, Häuser und Straßen. Zwischendurch hatten wir zwei Stunden Zeit zur freien Verfügung, die Meisten nutzten sie, um sich etwas zum Essen zu besorgen. Wir wanderten vom Wenzelsplatz zum Pulverturm, durch die Altstadt zur Karlsbrücke, über die Moldau und durch die Kleinseite. Selbst die John-Lennon-Mauer besuchten wir. Nach dem Aufstieg auf das Plateau der Prager Burg sah man allerorts erschöpfte Gesichter. Nach dem Abstieg besuchten wir das Lausitzer Seminar, wo wir uns mit der Geschichte der Sorben, die in Prag studiert haben, und noch mit der Arbeit des Vereines der Lausitz-Freunden, vertraut machten. Dann ging es mit der S-Bahn wieder zurück. Unser Hostel wurde zu einem Ort der „Entspannung“ – außer für die Leute, die schlafen wollten.

Nach einer kurzen Nacht folgte der Mittwoch als Kafka-Tag. Am Vormittag durchliefen wir die Stadt, wiederum mit Vorträgen, aber zu den Gebäuden, in denen Kafka sein Leben verbrachte. Auch ein Besuch im Kafka-Museum war Teil des Programms. Wieder wurde nach einer mitttäglichen Freizeit die Moldau überquert, wieder ein Berg erklommen. Diesmal war das Ziel aber nicht die Prager Burg, sondern der Petřín, eine Art kleinerer Eiffelturm hoch über der Stadt. An der Grenze der totalen Erschöpfung schleppte sich die Gruppe in die Seilbahn, die uns wieder nach unten in die Stadt brachte, dann hetzten wir zur Bahn, und wieder blockierte unsere Gruppe ganze Waggons. Doch der Tag war noch immer nicht zu Ende, denn es stand uns noch „Prague by night“ bevor. Also stiegen wir nach dem Abendbrot noch einmal in öffentliche Verkehrsmittel, und guckten uns wieder die Prager Burg und auch einen Teil der Stadt an, bloß ohne die täglichen Touristenmassen. In der Zlatá ulička besuchten wir das Haus Nr. 22, wo Franz Kafka einige Jahre lebte und literarisch tätig war. Damit wurde der Kafka-Tag beendet.

Der Donnerstag wurde dann zum entspanntesten Tag der gesamten Reise. Wir besuchten das Nationale Denkmal mit der Žižka-Statue, wo wir uns auch von unseren tschechischen Freunden trennten. Den kompletten Nachmittag über hatten wir Freizeit. Wer wollte, konnte mit unseren Lehrern zum berühmten Berg Vyšehrad fahren und den Friedhof Slavín mit der St.-Petri-und-Paul-Kirche besuchen. Auβerdem hatte man eine schöne Aussicht auf Prag und Moldau. Auch den Abend über blieb die Stimmung ausgelassen.

Der Freitag brach an und viele Schüler waren hoffnungslos übermüdet. Dank guter Planung schafften wir die Abfahrt des Busses überaschenderweise noch fünf Minunten vor der eigentlich gemeldeten Zeit. Dann fuhren wir wieder nach Bautzen.

Die ganze Zeit über blieb das Wetter schön, es war trocken und warm, ja, es gab sogar einen Fall von Sonnenbrand. Trotz einiger stressiger Situationen hatten wir eine schöne Zeit und konnten uns viel aus Prag mitnehnmen. Nicht die Möbel, keine Sorge. Wir bedanken uns ganz herzlich für die finanzielle Unterstützung vom Deutsch-Tschechischen Zukunfstfond!

Matti Dils, 10-3

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